top of page

Prüfung nicht bestanden – und jetzt weiterstudieren?

  • Autorenbild: Barbara Meier
    Barbara Meier
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit
Studierende Person sitzt nach nicht bestandener Prüfung nachdenklich im Hörsaal.

Ein Schlag ins Gesicht – und das Semester läuft weiter

Die Note ist da.

Nicht bestanden.


Und während innerlich alles zusammenfällt, läuft das Semester weiter. Vorlesungen. Abgaben. Neue Inhalte. Und im Hinterkopf: Wiederholungsprüfung.


Eine Prüfung nicht bestanden zu haben, fühlt sich selten neutral an. Es trifft Identität, Selbstwert und Zukunftsplanung. Besonders dann, wenn man bisher überzeugt war: „Ich schaffe das.“


Ich kenne beide Perspektiven.

Als Studentin habe ich selbst Prüfungen nicht bestanden. Strafrecht – völlig daneben. Cambridge Advanced – erst im zweiten Anlauf geschafft. Damals war es ein Schlag. Heute weiss ich: Es war ein Wendepunkt. Ich musste lernen, mich besser vorzubereiten. Strukturierter. Strategischer. Bewusster.


Und genau hier beginnt mentale Entwicklung.



1. Die gefährlichste Phase beginnt nach dem Ergebnis

Das eigentliche Problem ist selten die Note selbst.

Das Problem ist, was danach im Kopf passiert.


Nach einer nicht bestandenen Prüfung beginnt häufig das Grübeln:

  • „Wie konnte mir das passieren?“

  • „Hätte ich doch nur…“

  • „Alle anderen sind weiter.“


Doch nach der Prüfung kannst du nichts mehr ändern. Kein Argument, kein Gedanke, kein innerer Vorwurf verändert das Resultat.


Besonders anspruchsvoll wird es, wenn Prüfungen über mehrere Tage gehen. Wer nach einer „versauten“ ersten Prüfung nicht resetten kann, trägt die emotionale Last in den nächsten Tag. Genau hier entscheidet sich mentale Stärke.


2. Prüfung nicht bestanden: Der zerstörerische Gedanke

Der häufigste Gedanke nach einer Prüfung nicht bestanden ist nicht fachlich – er ist persönlich:

  • „Ich bin nicht gut genug.“

  • „Ich bin dumm.“

  • „Ich schaffe dieses Studium nie.“


Hier beginnt die eigentliche Gefahr.


Eine nicht bestandene Prüfung sagt etwas über deine aktuelle Vorbereitung oder Strategie. Sie sagt nichts über deinen Wert oder deine Intelligenz.


Wenn du fachliches Scheitern mit persönlichem Versagen verwechselst, sabotierst du deinen zweiten Anlauf, bevor er begonnen hat.


3. Warum manche stabil bleiben – und andere abrutschen

Interessant ist: Schmerz empfinden alle.

Der Unterschied liegt in der Verarbeitung.


Die Psychologin Carol Dweck unterscheidet zwischen „Fixed Mindset“ und „Growth Mindset“.

  • Im Fixed Mindset wird Scheitern als Beweis mangelnder Fähigkeit interpretiert:

    „Ich bin durchgefallen, also bin ich nicht schlau genug.“

  • Im Growth Mindset ist Scheitern ein Datenpunkt:

    „Meine aktuelle Strategie hat nicht gereicht. Ich muss herausfinden, was ich verändern muss.“


Ähnlich beschreibt es Julius Kuhl in der Volitionspsychologie:

  • Lageorientierte Personen kreisen um den Fehler. Sie bleiben emotional gebunden.

  • Handlungsorientierte Personen schalten schneller um auf: „Was ist der nächste Schritt?“


Stabile Studierende fühlen Enttäuschung genauso.

Sie verweilen nur nicht darin.


4. Vom Grübeln ins Handeln: Die erste Intervention

Studierende Person erstellt strukturierten Lernplan nach einer nicht bestandenen Prüfung.

In meinen Coachings geht es nicht um Lernpläne.

Es geht um Bewusstsein.


Viele merken nicht, dass sie sich im Kreis drehen. Erst wenn dieser Kreislauf erkannt wird, kann er gestoppt werden.


Ein einfacher, wirkungsvoller Ansatz ist:


W.I.N. – What’s Important Now?


Oder noch konkreter:

„Was ist die kleinste Handlung, die ich in den nächsten 60 Sekunden tun kann?“


Beispiele:

  • Laptop zuklappen.

  • Ein Glas Wasser trinken.

  • Termin für Prüfungseinsicht heraussuchen.

  • Schreibtisch ordnen.


Warum das funktioniert:

Jede kleine erledigte Handlung setzt Dopamin frei. Das Stresshormon Cortisol sinkt. Du wechselst vom Opfermodus zurück in den Gestaltermodus.


Nicht Motivation bringt dich ins Handeln.

Handeln erzeugt Motivation.


5. Weiterstudieren mit offener Baustelle

Eine Prüfung nicht bestanden zu haben und gleichzeitig das neue Semester zu bewältigen, ist eine mentale Doppelbelastung.


Deshalb braucht es zwei klare Spuren:

  1. Stabilisierung im aktuellen Semester

  2. Strategische Vorbereitung auf die Wiederholungsprüfung – fachlich und mental


Nur fachlich besser zu lernen reicht nicht. Wenn beim zweiten Anlauf dieselben Selbstzweifel mitschreiben, wird es unnötig schwer.


Scheitern ist kein Karriereende.

Aber es ist ein Test deiner Selbstführung.


6. Fazit: Scheitern ist kein Urteil – sondern ein Datenpunkt

Eine nicht bestandene Prüfung definiert dich nicht.

Sie konfrontiert dich.


Die entscheidende Frage ist nicht: „Warum ist mir das passiert?“

Die entscheidende Frage ist: „Wie gehe ich jetzt damit um?“


Wer lernt, nach einem Rückschlag bewusst zu reagieren statt automatisch zu zweifeln, entwickelt eine Fähigkeit, die weit über das Studium hinausreicht.


Und genau darum geht es.


Wenn du eine Prüfung nicht bestanden hast und merkst, dass dich Grübeln, Selbstzweifel oder innere Blockaden bremsen, dann warte nicht auf den zweiten oder dritten Anlauf.


Mentale Stärke entsteht nicht zufällig.

Sie ist trainierbar.


Melde dich für ein Coaching, wenn du nicht nur die nächste Prüfung bestehen willst, sondern lernen möchtest, wie du mit Rückschlägen professionell umgehst – im Studium und im Leben.

 
 
 

Kommentare


sports project management GmbH

Barbara Meier

Luzernerstrasse 6

6045 Meggen, Luzern

Tel.: + 41 76 331 66 91

Newsletter abonnieren

  • WhatsApp
  • LinkedIn
  • Instagram

©2025 mental bereit

bottom of page