Lehrstellenstart & Saisonstart: Mentale Stärke beim Doppeleinstieg
- Barbara Meier

- 4. Aug. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen

Der Lehrstellenstart und der Saisonstart fallen für viele junge Sportler:innen genau in dieselbe Zeit. Neue Aufgaben im Betrieb, neue Kolleg:innen, neue Trainer:innen, neue Ziele – und oft der Anspruch, überall gleichzeitig überzeugen zu müssen. Gerade in dieser Phase wird deutlich, wie wichtig beim Lehrstellenstart mentale Stärke ist.
Der erste Arbeitstag ist geschafft. Am Abend steht bereits das erste Training mit dem neuen Team auf dem Programm. Im Betrieb möchtest du einen guten Eindruck hinterlassen, im Sport deinen Platz finden und zeigen, was du kannst. Gleichzeitig prasseln unzählige neue Eindrücke auf dich ein: neue Abläufe, neue Menschen, neue Erwartungen.
Viele Jugendliche und junge Erwachsene erleben genau diese doppelte Herausforderung. Was nach einem spannenden Neuanfang aussieht, fühlt sich innerlich oft ganz anders an. Nervosität, Unsicherheit und die Angst, Fehler zu machen, gehören in dieser Zeit dazu. Das ist kein Zeichen von Schwäche – sondern eine ganz normale Reaktion auf grosse Veränderungen.
Warum ich von einem «Doppeleinstieg» spreche
Für viele Nachwuchssportler beginnt nach den Sommerferien nicht nur die Lehre oder das neue Ausbildungsjahr. Gleichzeitig startet eine neue Saison mit neuen Trainingszielen, Wettkämpfen und oft auch einem neuen Team. Zwei grosse Veränderungen treffen aufeinander - und genau deshalb spreche ich von einem Doppeleinstieg.
Beide Bereiche stellen hohe Anforderungen. Im Betrieb möchtest du dich schnell einarbeiten und dazugehören. Im Sport willst du deine Leistung abrufen und zeigen, was in dir steckt. Das kostet Energie – körperlich und mental. Wer diese Phase bewusst gestaltet, legt eine wichtige Grundlage für langfristigen Erfolg – im Beruf genauso wie im Sport.
Lehrstellenstart mentale Stärke: Warum diese Zeit so herausfordernd ist
Der Start in die Lehre ist bereits ein grosser Schritt. Kommt gleichzeitig der Beginn einer neuen Saison hinzu, steigt die mentale Belastung nochmals deutlich.
Vielleicht fragst du dich:
Reiche ich den Erwartungen im Betrieb?
Wie finde ich meinen Platz im Team?
Was passiert, wenn ich Fehler mache?
Wie schaffe ich Berufsschule, Training und Erholung gleichzeitig?
Viele möchten von Anfang an alles perfekt machen. Doch genau dieser Anspruch erzeugt unnötigen Druck. Niemand erwartet, dass du nach wenigen Tagen bereits alles beherrschst. Lernen braucht Zeit – sowohl im Beruf als auch im Sport.
Gerade zu Beginn hilft es deshalb, den Fokus nicht auf Perfektion, sondern auf den nächsten Entwicklungsschritt zu richten. Wie du dir Ziele setzt, ohne dich selbst unter Druck zu setzen, erfährst du auch im Blog „Ziele setzen ohne Druck: Wie du Fokus & Flexibilität vereinst“.
Mentale Stärke bedeutet nicht, immer selbstbewusst oder souverän aufzutreten. Sie zeigt sich vielmehr darin, mit Unsicherheit umgehen zu können und trotz Nervosität den nächsten Schritt zu gehen.
Mentale Stärke wächst im Alltag

Viele verbinden Mentaltraining ausschliesslich mit Spitzensport. Tatsächlich beginnt mentale Stärke aber lange vor einem Wettkampf oder einer wichtigen Prüfung. Sie zeigt sich jeden Tag – im Betrieb, in der Berufsschule und im Training.
Mentale Stärke zeigt sich zum Beispiel, wenn du:
nach einem Fehler nicht aufgibst,
den Mut hast, Fragen zu stellen,
dich auf deine nächste Aufgabe konzentrierst, statt über Vergangenes nachzudenken,
dir bewusst Zeit für Erholung nimmst.
Gerade der Wechsel zwischen Betrieb, Berufsschule und Training verlangt viel Energie. Wer ständig versucht, überall perfekt zu sein, gerät schnell an seine Grenzen.
Hilfreicher ist es, den Fokus auf den nächsten machbaren Schritt zu richten. Was ist heute wichtig? Worauf kannst du Einfluss nehmen? Diese Haltung reduziert Druck und stärkt gleichzeitig dein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie Mentaltraining deine Leistung nachhaltig unterstützen kann, empfehle ich dir auch meinen Blog „Mentaltraining im Sport: Wie der Kopf den Unterschied macht und deine Leistung steigert“. Dort erfährst du, warum der Kopf im entscheidenden Moment oft den Unterschied macht.
Du musst den Weg nicht alleine gehen
Aus meiner Arbeit als Sport Mental Coach und betriebliche Mentorin weiss ich, dass gerade Jugendliche und junge Erwachsene in dieser Phase häufig hohe Erwartungen an sich selbst haben. Nach aussen wirken sie motiviert und leistungsbereit. Innerlich kreisen jedoch oft Gedanken wie: Bin ich gut genug? Hoffentlich enttäusche ich niemanden.
Auch Eltern erleben diesen Übergang oft intensiv. Sie möchten unterstützen, merken aber gleichzeitig, dass ihr Kind seinen eigenen Weg finden muss. Das ist nicht immer einfach – weder für Jugendliche noch für ihre Eltern.
In meinen Coachings erlebe ich immer wieder, wie entlastend es sein kann, mit einer neutralen Person zu sprechen. Jemandem, der zuhört, die richtigen Fragen stellt und dabei hilft, den eigenen Weg klarer zu sehen.
Mentale Stärke bedeutet nicht, alles alleine schaffen zu müssen. Sie bedeutet auch, Unterstützung anzunehmen, wenn sie sinnvoll ist.
Dein Lehrstellenstart darf sich gut anfühlen
Der Lehrstellenstart und der Saisonstart markieren einen neuen Lebensabschnitt. Sie bringen Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. Unsicherheit, Nervosität und Zweifel gehören genauso dazu wie Vorfreude und Neugier.
Wenn du lernst, mit diesen Gefühlen bewusst umzugehen, legst du den Grundstein für nachhaltige mentale Stärke – im Beruf genauso wie im Sport.
Stehst du kurz vor deinem Lehrstellenstart oder Saisonstart? Oder begleitet dein Sohn oder deine Tochter gerade diesen wichtigen Übergang?
Ich unterstütze Jugendliche, junge Erwachsene und Sportler dabei, mit mehr Selbstvertrauen, Klarheit und mentaler Stärke in neue Herausforderungen zu starten.
Vereinbare jetzt ein unverbindliches Erstgespräch auf mentalbereit.ch. Gemeinsam finden wir heraus, wie du deinen Doppeleinstieg mit mehr Gelassenheit, Fokus und Freude meistern kannst.



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