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Ruhe vor Prüfungen & Wettkämpfen: Die Rolle von Eltern und Trainer:innen in den letzten 24 Stunden

  • Autorenbild: Barbara Meier
    Barbara Meier
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit
Anker im ruhigen Wasser als Symbol für Ruhe vor Prüfungen und Wettkämpfen

Die Vorbereitung ist gemacht. Wochenlang wurde gelernt, trainiert, optimiert. Und dann kommen sie: die letzten 24 Stunden vor der Prüfung oder dem Wettkampf.


Genau hier kippt oft etwas.


Jugendliche schwanken zwischen Rückzug und Panik. Eltern und Trainer:innen versuchen zu helfen – und erhöhen unbewusst den Druck. Plötzlich geht es nicht mehr um Leistung, sondern um Emotionen.


Ruhe vor Prüfungen & Wettkämpfen ist kein Zufall. Sie ist eine bewusste Entscheidung.


Und genau hier liegt deine Rolle: nicht als zusätzlicher Coach, sondern als stabiler Anker.



1. Die letzten 24 Stunden: Zwischen Kontrolle und Chaos

In dieser Phase zeigen Jugendliche häufig zwei Extreme:

  • Vermeidungs-Modus: Handy, Gaming, scheinbare Gleichgültigkeit

  • Last-Minute-Panik: hektisches Lernen, kurzfristige Überforderung


Dazu kommen klare körperliche Signale: Gereiztheit, Rückzug, einsilbige Antworten.


Was viele unterschätzen:

Das ist kein Desinteresse – das ist ein Schutzmechanismus.


Gleichzeitig reagieren Eltern und Trainer:innen oft mit dem Gegenteil:

  • ständige Nachfragen („Hast du alles?“)

  • zusätzliche Inputs („Schau dir das nochmals an…“)

  • betonte Wichtigkeit („Jetzt zählt es!“)


Was gut gemeint ist, kommt beim Jugendlichen oft ganz anders an:

  • „Ich vertraue dir nicht.“

  • „Du musst jetzt funktionieren.“

  • „Ich stehe unter Beobachtung.“


In diesen 24 Stunden passiert psychologisch etwas Entscheidendes:

Die Zeit der Vorbereitung ist vorbei – die Zeit der Emotionen beginnt.


2. Was jetzt oft falsch läuft – trotz bester Absicht

  1. Das „Viel hilft viel“-Dilemma

    Noch schnell etwas erklären, noch kurz etwas üben, noch ein letzter Tipp.


    Die Realität ist klar:

    Wer jetzt noch versucht, Inhalte zu optimieren, verschiebt den Fokus auf Defizite.


    Das Resultat:

    Unsicherheit statt Vertrauen.


    Was fehlt, ist ein bewusstes Abschliessen:

    👉 „Du kannst es. Der Rest kommt morgen.“


  2. Die emotionale Überhöhung

    „Jetzt zählt alles.“

    „Das ist deine Chance.“


    Solche Aussagen erzeugen keinen Fokus – sie erzeugen Druck.


    Wenn sich alles nur noch um diesen einen Moment dreht, entsteht ein innerer Zwang:

    👉 Ich darf nicht versagen.


    Und genau das blockiert Leistung.


  3. Pseudo-Gelassenheit

    Jugendliche spüren sofort, wenn etwas nicht authentisch ist.


    Übertriebene Lockerheit, künstliche Fröhlichkeit oder hektische Fürsorge wirken nicht beruhigend – sondern verunsichernd.


    Was fehlt, ist echtes Vertrauen.

    Nicht gesagt, sondern gelebt.


3. Ruhe vor Prüfungen & Wettkämpfen: 3 wirksame Tools

Jugendliche Person bereitet sich ruhig mental auf Prüfung oder Wettkampf vor

Jetzt wird es konkret. Diese drei Tools schaffen genau das, was in dieser Phase zählt: Stabilität, Klarheit und Sicherheit.


  1. Das „Koffer-Symbol“ – bewusst abschliessen

    Die Intervention:

    Setze einen klaren Zeitpunkt (z. B. am Vorabend), an dem der „Koffer geschlossen wird“.


    Danach gilt:

    • keine Inhalte mehr

    • keine Diskussionen über Leistung

    • keine Korrekturen


    Warum das wirkt:

    Das Gehirn wechselt vom Lern- in den Abrufmodus.

    Ruhe entsteht – und genau diese Ruhe ist leistungsfördernd.


  2. Best-Case-Screening statt Katastrophen-Kino

    Statt zu fragen:

    „Hast du Angst?“


    Frage:

    👉 „Was passiert morgen, wenn es richtig gut läuft?“


    Lass den Jugendlichen die Situation kurz beschreiben:

    • Wie fühlt es sich an?

    • Wer reagiert wie?

    • Was passiert danach?


    Warum das wirkt:

    Der Fokus verschiebt sich von Angst zu Möglichkeit.

    Das reduziert Stress und stärkt die innere Ausrichtung.


  3. Die 1:1-Regel für Eltern & Trainer:innen

    Für jedes Leistungsthema folgt ein leistungsfreies Thema.


    Beispiel:

    „Wann musst du morgen dort sein?“

    → danach: „Was machen wir eigentlich am Wochenende?“


    Warum das wirkt:

    Das Ereignis verliert seine übermässige Bedeutung.


    Die Botschaft wird klar:

    👉 Du bist mehr als deine Leistung.


4. Fazit

Die entscheidende Wahrheit ist unbequem – aber zentral:


In den letzten 24 Stunden kannst du die Leistung nicht mehr steigern.

Aber du kannst sie massiv gefährden.


Die grösste Unterstützung ist nicht der beste Ratschlag, sondern deine emotionale Stabilität.


Oder noch klarer:


👉 Sei der Anker, nicht der Motor.


Je ruhiger du bist, desto mehr Raum entsteht für Leistung.


Genau hier liegt die grösste Herausforderung:

Ruhe ausstrahlen, wenn man selbst nervös ist.


Das passiert nicht zufällig – das ist trainierbar.


Auf mentalbereit.ch arbeiten wir genau an diesem Punkt:

Nicht nur mit Athlet:innen, sondern mit dem gesamten Umfeld.


👉 Damit du in den entscheidenden Momenten genau die Person bist, die den Unterschied macht.


Nimm Kontakt auf und entwickle deine mentale Stärke als Bezugsperson.

 
 
 

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