Mentale Disziplin im Job: Fokus halten, auch wenn das Umfeld ablenkt
- Barbara Meier

- vor 13 Minuten
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Fokus halten trotz Fasnacht – eine persönliche Geschichte - Wenn ich an Fasnacht und Job denke, kommt mir sofort eine eigene Geschichte in den Sinn. Damals standen wir kurz vor unserem Umzug in die Innerschweiz. Es war Schmutziger Donnerstag, ich hatte mir den Freitag frei genommen – nicht etwa zum Feiern, sondern um mich um einen neuen Job zu kümmern. Am Freitag stand ein Rekrutierungstag an, ein ganzer Tag in einem 1:1-Gespräch, an dem ich mich von meiner besten Seite zeigen wollte.
Im jugendlichen Leichtsinn hatte ich nicht damit gerechnet, dass die Fasnacht etwas länger dauern könnte. Am nächsten Morgen reichte es gerade noch unter die Dusche, bevor ich losmusste. Fokus halten trotz Fasnacht? Das war damals meine ganz persönliche Herausforderung.
Heute würde ich meinem jüngeren Ich etwas sehr Einfaches sagen: Plane deine Tage so, dass du die Fasnacht geniessen kannst – und wenn du dich beruflich „verkaufen“ willst, dann sei bereit. Es ist eine Frage der Entscheidung: Was ist jetzt gerade wirklich wichtig? Verantwortung für das eigene Tun sieht für mich heute definitiv anders aus. Und dennoch – scheinbar war ich trotz Schlafmangel überzeugend genug. Kurz darauf erhielt ich den Job.
1. Was mentale Disziplin im Job wirklich bedeutet
Mentale Disziplin im Job hat nichts mit Durchhalten um jeden Preis zu tun. Sie bedeutet auch nicht Selbstoptimierung, Härte gegen sich selbst oder ständige Erreichbarkeit. Ein mental disziplinierter Mensch entscheidet aktiv, worauf er oder sie die Aufmerksamkeit lenkt – statt sie sich von jedem „Ping“, jedem Olympia-Ticker oder jedem Flurfunk-Thema rauben zu lassen.
Mentale Disziplin zeigt sich in Präsenz: präsent, aber nicht gehetzt. Klar, aber nicht verbissen. Sie schliesst Pausen ausdrücklich mit ein. Wer diszipliniert arbeitet, ist auch diszipliniert genug, rechtzeitig abzuschalten.
2. Mentale Disziplin im Job: Ablenkung ist real – Verantwortung bleibt bei dir
In Ablenkungsphasen höre ich oft dieselben Sätze: „Diese Woche ist eh Ausnahmezustand.“ Oder: „Ich kann erst wieder richtig starten, wenn es ruhiger ist.“ Was mich daran triggert, ist nicht die Ablenkung selbst – sondern die Abgabe der eigenen Verantwortung.
Ja, Fasnacht ist laut. Ja, Olympische Spiele sind spannend. Aber mentale Disziplin im Job ist zu 100 % Selbstführung. Das Umfeld liefert die Bedingungen, du lieferst die Reaktion. Verständnis für Ablenkung ist menschlich, darf aber nicht zur Strategie werden.
Die Grenze ist klar: Verständnis endet dort, wo Professionalität beginnt. Wer den Fokus vollständig ans Umfeld delegiert, landet schnell in einer Opferrolle. Selbstführung heisst, sich bewusst Fokus-Inseln zu schaffen – auch wenn das Meer rundherum tobt.
3. Warum manche trotz Trubel leistungsfähig bleiben
Menschen, die trotz Ablenkung leistungsfähig bleiben, unterscheiden sich nicht durch Talent, sondern durch Haltung.
Erstens: Sie akzeptieren, dass Fokus Anstrengung kostet. Sie warten nicht darauf, dass es leicht wird, sondern entscheiden sich bewusst für diese Anstrengung.
Zweitens: Sie setzen klare Grenzen. „Ich arbeite am Vormittag fokussiert, am Nachmittag habe ich frei.“ Oder: „Bis 14 Uhr ist mein Handy im Flugmodus.“ Arbeit und Freizeit werden nicht vermischt.
Drittens: Sie haben innere Standards. Ihr Anspruch an ihre Arbeit hängt nicht davon ab, ob der Kollege als Clown durchs Büro läuft. Der Massstab kommt von innen, nicht von aussen.
4. Klare Prioritäten statt ‘halbpatzigem’ Arbeiten

Man kann nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Wenn Fasnacht, Sportevents oder andere Highlights wichtig sind, dann dürfen Prioritäten temporär angepasst werden – aber bewusst und kommuniziert.
Im Job läuft oft genau das schief: Erwartungen sind unklar, Prioritäten unausgesprochen. Stattdessen wird halb gearbeitet, halb gefeiert. ‘Halbpatzig’ eben. Aus Angst, etwas zu verpassen – FOMO (‘Fear of Missing Out’) lässt grüssen. Wer bei der Arbeit ständig auf den Olympia-Ticker schielt, arbeitet ‘halbpatzig’ und schaut ‘halbpatzig’ Sport. Am Ende bleibt von beidem wenig.
Mentale Disziplin im Job bedeutet: Das, was du tust, tust du mit voller Präsenz.
5. Fazit: Präsenz ist die wahre Form mentaler Stärke
Echte mentale Stärke zeigt sich nicht darin, alles gleichzeitig zu wollen. Sie zeigt sich darin, Entscheidungen zu treffen – und diese zu tragen. Wenn du arbeitest, arbeite. Wenn du Fasnacht feierst, feiere. Aber hör auf, das eine mit dem anderen zu verwässern.
Mentale Disziplin ist kein Verzicht, sondern Klarheit. Und Klarheit schafft Leistungsfähigkeit – gerade dann, wenn das Umfeld ablenkt.
Wenn du merkst, dass Ablenkung, Erwartungsdruck oder fehlende Selbstführung dich im Job immer wieder aus dem Fokus bringen, lohnt es sich hinzuschauen. Mentale Disziplin ist trainierbar.
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Mehr Infos findest du auf www.mentalbereit.ch.




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