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Mentale Stärke fördern: Warum Druck selten Leistung bringt

  • Autorenbild: Barbara Meier
    Barbara Meier
  • vor 2 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Jugendliche Sportperson erlebt Leistungsdruck und reflektiert

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht


Eltern und Trainer:innen wollen das Beste für Kinder und Jugendliche. Sie investieren Zeit, Energie, Organisation und oft auch emotionale Kraft. Doch genau hier liegt eine zentrale Herausforderung: Gut gemeinte Unterstützung kann unbewusst in Druck umschlagen – mit der Folge, dass Leistung blockiert statt gefördert wird.


Mentale Stärke entsteht nicht durch permanente Erwartung oder Kontrolle. Sie entsteht dort, wo sich junge Menschen gesehen, ernst genommen und in ihrer Eigenständigkeit unterstützt fühlen. Und genau hier lohnt sich ein genauer Blick.



1. Warum Druck nicht bei allen gleich wirkt

Nicht alle Kinder reagieren gleich auf Druck. Manche steigern kurzfristig ihre Leistung, andere verlieren genau dadurch Sicherheit, Freude und Leistungsfähigkeit. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Was würde mir selbst helfen? Sondern: Was hilft dieser konkreten Person?


Je individueller Eltern und Trainer:innen auf ein Kind oder einen Jugendlichen eingehen, desto grösser ist die Chance, dass Leistung nachhaltig und gesund erbracht wird. Mentale Stärke fördern heisst, Unterschiede ernst zu nehmen – nicht über einen Kamm zu scheren.


2. Mentale Stärke fördern: Wenn Eltern alles abnehmen – und Entwicklung ausbleibt

Ein häufiges Muster aus der Praxis: Das ganze Familienleben wird nach dem Sport des Jugendlichen ausgerichtet. Eltern organisieren, regeln, vermitteln, glätten Konflikte und räumen Hindernisse aus dem Weg.


Was gut gemeint ist, hat jedoch eine Kehrseite. Jugendliche, denen alles abgenommen wird, lernen nicht,

  • für sich einzustehen,

  • mit Widerständen umzugehen,

  • Durchhaltewillen zu entwickeln,

  • mutig zu sein oder

  • Selbstvertrauen aufzubauen.


Besonders auffällig ist dies bei sehr talentierten Kindern, denen lange vieles leichtfällt. Sobald es anspruchsvoller wird und Eigenverantwortung gefragt ist, geben sie überdurchschnittlich oft auf. Mentale Stärke entwickelt sich nicht im Schonraum, sondern durch eigenes Erleben.


3. Frühwarnzeichen: Wann Druck beginnt, Leistung zu blockieren

Ein deutliches Warnsignal ist, wenn Jugendliche kaum selbst zu Wort kommen, sobald Erwachsene anwesend sind. Eltern reden – die Jugendlichen schweigen. Es wirkt bequem, ist aber problematisch.


Erst im geschützten Rahmen beginnen viele Jugendliche, offen über Druck, Erwartungen und eigene Zweifel zu sprechen. Wichtig dabei: Druck kommt nicht nur von aussen. Viele Jugendliche setzen sich selbst massiv unter Druck.


Eltern und Trainer:innen können hier viel bewirken, indem sie nicht zusätzlichen Druck aufbauen, sondern helfen, mit bestehendem Druck umzugehen – und wieder mehr Leichtigkeit zuzulassen.


4. Typische Aussagen, die mehr schaden als helfen

Bestimmte Sätze tauchen immer wieder auf – oft unbewusst:

  • „Wir machen keinen Druck“ – während gleichzeitig ausführlich Erwartungen formuliert werden.

  • „Es war schon immer mein Traum …“ – aber ist es auch der Traum des Kindes?

  • Fokus ausschliesslich auf Resultate statt auf Erleben und Entwicklung.

  • Vorwürfe direkt nach Wettkämpfen: „Was hast du da wieder gemacht?“


Resultate sind wichtig – keine Frage. Doch mentale Stärke fördern bedeutet, auch Fragen zu stellen wie:

Wie hast du dich gefühlt? Was ist dir gut gelungen? Was hast du heute über dich gelernt?


5. Was Kinder und Jugendliche stattdessen wirklich brauchen

Eltern begleiten ihr Kind im Sport unterstützend und aufmerksam

Statt Druck brauchen junge Menschen vor allem:

  • Vertrauen, dass sie ihren Weg gehen dürfen

  • Zuhören, ohne sofort zu bewerten

  • Erinnerung an ihre eigenen Ziele und Träume

  • Stärkung des Selbstvertrauens, nicht der Abhängigkeit

  • Begleitung statt Kontrolle


Spass, Sinn und Eigenmotivation sind keine Gegensätze zu Leistung – sie sind ihre Grundlage.


6. Fazit: Mentale Stärke beginnt bei der Begleitung

Vielleicht braucht nicht nur der Jugendliche mentales Training. Vielleicht lohnt sich auch für Eltern und Trainer:innen eine bewusste Reflexion der eigenen Rolle.


So wie Führungskräfte ihre Führungsqualität reflektieren, dürfen auch Eltern und Trainer:innen hinterfragen:

  • Wie begleite ich?

  • Wo entsteht unbewusst Druck?

  • Wie sieht meine optimale „Leistung“ als Begleitperson aus?


Mentale Stärke entsteht dort, wo Entwicklung erlaubt ist – nicht dort, wo sie erzwungen wird.


Wenn du dich als Elternteil oder Trainer:in fragst, wie du Leistung fördern kannst, ohne Druck aufzubauen, begleite ich dich gern dabei.

👉 Nimm Kontakt mit mir auf und wir schauen gemeinsam, wie mentale Stärke nachhaltig entstehen kann.

 
 
 

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Barbara Meier

Luzernerstrasse 6

6045 Meggen, Luzern

Tel.: + 41 76 331 66 91

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