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Mentale Zielklarheit im Sport: Warum Prozessziele wichtiger sind als Siege

  • Autorenbild: Barbara Meier
    Barbara Meier
  • 29. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit
Sportler:in im Training mit klarem Fokus – mentale Zielklarheit im Sport

Der Jahresstart ist im Sport eine besondere Phase. Viele Sportler:innen starten motiviert, ehrgeizig und mit klaren Vorstellungen: Ich will gewinnen. Ich will aufs Podest. Ich will besser sein als die anderen.

Doch genau hier beginnt häufig das Problem. Denn Siege und Platzierungen klingen zwar klar – sind aber nur begrenzt beeinflussbar. Mentale Zielklarheit im Sport bedeutet deshalb, den Fokus richtig zu setzen: weg vom reinen Ergebnis, hin zu dem, was wirklich steuerbar ist.



1. Ergebnisziele im Sport: verlockend, aber trügerisch

Ergebnisziele beschreiben das Resultat eines Wettkampfs: Sieg, Rangliste, Medaille, Qualifikation. Sie sind emotional aufgeladen und gesellschaftlich stark bewertet.

Das Problem: Ergebnisziele liegen nicht vollständig in der eigenen Kontrolle. Im Sport gibt es immer Mitspielende, Gegner:innen, äussere Bedingungen und Tagesform.


Ein Beispiel aus dem Skisport: Selbst ein Athlet wie Marco Odermatt kann nicht immer gewinnen. Wenn mehrere Topathleten perfekt vorbereitet sind, entscheiden Kleinigkeiten – Schlaf, Mut, Linienwahl, Timing. Das Ergebnis ist dann nicht allein Ausdruck von Trainingsqualität, sondern auch von Umständen.


Ergebnisziele sind deshalb als alleiniger Fokus mental riskant.


2. Leistungsziele: sinnvoll, aber nicht ausreichend

Leistungsziele sind messbarer und näher an der eigenen Verantwortung: Zeiten, Trefferquoten, technische Stabilität, Fehlerquoten.

Sie sind teilweise beeinflussbar und deutlich sinnvoller als reine Ergebnisziele – vor allem im Wettkampf.


Aber auch Leistungsziele haben Grenzen: Tagesform, Wetter oder Gegner:innen können sie beeinflussen. Wer sich ausschliesslich über Leistungswerte definiert, bleibt anfällig für Druck und Enttäuschung.


3. Prozessziele: der Schlüssel zu mentaler Zielklarheit im Sport

Prozessziele beschreiben das eigene Verhalten, unabhängig vom Resultat:

Symbolischer Weg zum Gipfel als Metapher für Prozessziele im Sport
  • Fokus

  • Entscheidungsqualität

  • Mut

  • Körpersprache

  • Umsetzung technischer Schwerpunkte


Prozessziele sind direkt beeinflussbar. Genau hier entsteht mentale Zielklarheit im Sport.

Wer weiss, worauf er oder sie sich heute konzentriert, bleibt handlungsfähig – im Training wie im Wettkampf.


Prozessziele sind die Basis für:

  • Konstanz

  • Selbstvertrauen

  • Entwicklung

  • mentale Stabilität


4. Warum Ergebnisziele Druck erzeugen – und Prozessziele Vertrauen

Ergebnisziele erzeugen Druck, weil sie vom Vergleich leben. Die Gedanken kreisen um andere: Was machen die Gegner:innen? Reicht meine Leistung?

Prozessziele hingegen lenken die Aufmerksamkeit nach innen: Was kann ich heute besser machen als gestern?


Ein gutes Ziel im Sport ist eines, das unabhängig vom Resultat beurteilt werden kann.

Wenn Sportler:innen nach dem Wettkampf sagen können: Ich habe alles umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe, entsteht innere Zufriedenheit – auch wenn jemand anderes gewinnt.


5. Standortbestimmung: Wo stehe ich wirklich?

Bevor Ziele sinnvoll festgelegt werden, braucht es Ehrlichkeit. Mentale Zielklarheit im Sport beginnt mit einer realistischen Standortbestimmung:

  • Wie schätze ich mich selbst ein?

  • Wie sehen es meine engsten Bezugspersonen?

  • Wie würde mein:e Trainer:in mich aktuell einschätzen?


Schon die Frage „Wie würde mein Trainer mich jetzt einstufen?“ verändert oft die eigene Wahrnehmung. Sie hilft, blinde Flecken zu erkennen und Entwicklungspotenzial sichtbar zu machen.


6. Mini-Übung: Worauf habe ich heute direkt Einfluss?

Nimm dir vor dem Training oder Wettkampf kurz Zeit und beantworte diese Frage schriftlich:


Worauf habe ich heute im Training / Wettkampf direkt Einfluss?


Beispiele:

  • Laufwege

  • Entscheidungsfreude

  • Kommunikation

  • Körpersprache

  • Mut im Abschluss

  • Konzentration nach Fehlern


Vermeide Ziele wie „Ich schiesse heute ein Tor“. Ob das gelingt, hängt auch von Mitspielenden, Gegner:innen oder Zufällen ab. Dein Verhalten hingegen liegt in deiner Verantwortung.


7. Fazit

Mentale Zielklarheit im Sport bedeutet nicht, ambitionierte Träume aufzugeben. Sie bedeutet, den Fokus richtig zu setzen.

Ergebnisziele dürfen da sein – aber sie sollten nicht führen. Prozessziele schaffen Vertrauen, Konstanz und Entwicklung. Wer sein bestmögliches Jetzt abruft, kann auch dann zufrieden sein, wenn jemand anderes gewinnt.


Wenn du merkst, dass du zwar Ziele hast, aber nicht genau weisst, worauf du dich im Training oder Wettkampf konkret fokussieren sollst, unterstütze ich dich gerne. Gemeinsam reflektieren wir deine aktuelle Situation und entwickeln eine Zielstruktur, die zu dir und deinem Sport passt.

👉 Kontaktiere mich für ein persönliches Coaching.

 
 
 

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Barbara Meier

Luzernerstrasse 6

6045 Meggen, Luzern

Tel.: + 41 76 331 66 91

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