Mentale Selbstfürsorge als Leistungsvorteil: Die unterschätzte Power der Regeneration
- Barbara Meier

- 15. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Die Feiertage sind für viele Menschen ein Rückzugsort – für Sportler:innen jedoch oft ein Spannungsfeld. Zwischen Trainingsplänen, familiären Verpflichtungen und sozialen Erwartungen entsteht leicht das Gefühl, man müsse „alles richtig machen“. Perfekt trainieren, perfekt regenerieren, perfekt präsent sein. Doch genau in dieser Zeit entscheidet sich oft etwas Zentrales: Wie gut du auf dich selbst hörst.
Denn mentale Stärke zeigt sich nicht nur im Wettkampf oder im Training. Sie zeigt sich vor allem in den Momenten, in denen du innehältst und dich fragst: Was brauche ich jetzt wirklich? Selbstfürsorge ist kein Luxus. Sie ist ein Leistungsvorteil.
1. Warum Selbstfürsorge im Sport ein echter Leistungsvorteil ist
Selbstfürsorge hat im Leistungssport oft ein Imageproblem. Sie wird mit „Schwäche“, „Nachlassen“ oder „Ausruhen“ verwechselt. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Wer sich selbst gut wahrnimmt, trifft bessere Entscheidungen, trainiert qualitativ hochwertiger und bleibt langfristig leistungsfähig.
Selbstfürsorge bedeutet nicht, sich zurückzuziehen oder Trainings völlig zu ignorieren. Es bedeutet, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, statt sich von Erwartungen – inneren oder äusseren – antreiben zu lassen.
Für Breitensportler:innen gilt das genauso. Auch sie profitieren davon, über die Feiertage bewusst zu entscheiden: Welche Form von Erholung oder Aktivität unterstützt mich gerade am meisten?
2. Was Selbstwahrnehmung über die Feiertage so wertvoll macht
Der Dezember bringt Ruhe und Intensität gleichzeitig: Begegnungen, Gespräche, festliche Stimmung – aber auch Müdigkeit, sozialer Druck, dunkle Tage, wenig Routine.
Gerade Leistungssportler:innen verlieren in dieser Phase manchmal den Kontakt zu sich selbst. Überplanung, Anpassungsdruck und Perfektionismus können schnell lauter werden als das eigene Körpergefühl.
Dabei liegt in diesen Wochen eine grosse Chance: Es ist die perfekte Zeit, sich wieder zu spüren und bewusst wahrzunehmen, was dir guttut. Vielleicht ist es ein gemütlicher Abend mit der Familie. Vielleicht ein lockerer Dauerlauf. Vielleicht ein intensives Krafttraining. Vielleicht bewusst gar nichts.
Regeneration beginnt immer mit Selbstwahrnehmung.
3. Die unterschätzte Power der Regeneration

Regeneration ist mehr als Schlaf und ein Ruhetag. Sie ist ein ganzheitlicher Prozess, der vier Bereiche umfasst: Körper, Kopf, Emotion und Umfeld. Und genau diese vier Bereiche geraten über die Feiertage oft durcheinander.
Zu wenig Schlaf, zu viel Essen, ungewohnter sozialer Trubel, weniger Bewegung, viel Grübeln – all das hat direkten Einfluss auf deine Leistungsfähigkeit.
Deshalb wird Selbstfürsorge in dieser Zeit zu einem echten Wettbewerbsvorteil. Wer gut regeneriert startet im Januar konzentrierter, stabiler und körperlich belastbarer als jene, die durch die Feiertage „funktionieren“, aber nicht wirklich zur Ruhe kommen.
4. Der 4-Zonen-Check: Wie du schnell erkennst, was du jetzt wirklich brauchst
Stell dir jeden Bereich als „Zone“ vor, die du bewusst überprüfst:
Körper: Wie fühlt sich mein Körper an? Müde? Gereizt? Energiegeladen? Wo spüre ich Anspannung? → Brauche ich Bewegung, Ruhe, Schlaf, Stretching, frische Luft?
Kopf: Wie klar oder voll ist mein mentaler Raum? Bin ich fokussiert oder zerstreut? → Brauche ich Struktur, eine Pause vom Denken, einen kurzen Plan, mentale Leichtigkeit?
Emotion: Welche Stimmung dominiert? Gelassen? Überfordert? Freut sich etwas in mir? → Brauche ich Nähe, Rückzug, Freude, Austausch, Selbstberuhigung?
Umfeld: Wie wirkt mein direktes Umfeld auf mich? Erholsam, laut, verbindend, anstrengend? → Brauche ich einen kurzen Spaziergang allein, ein Gespräch, Distanz, Gemeinschaft?
Der Check dauert 60 Sekunden – liefert aber Klarheit für Stunden.
5. Die kurze Reset-Übung für klare Gedanken und innere Ruhe
Diese Übung bringt dich schnell zurück zu dir – ideal zwischen Familienfeier, Essen und Training.
Hinsetzen, Füsse auf den Boden. Atme einmal tief durch.
Drei Atemzüge zählen. Einatmen auf 4, ausatmen auf 6. Der verlängerte Ausatem senkt Stress sofort.
Einen Fokus wählen:
„Ich bin hier.“
„Ich komme bei mir an.“
„Ich darf loslassen.“
Eine Minute lang nur beobachten: Körper spüren. Atem merken. Gedanken ziehen lassen. Kein Müssen, kein Sollen.
Das ist ein Mini-Reset. Klein genug für einen überfüllten Tag – stark genug, um dich mental auszurichten.
6. Fazit
Selbstfürsorge ist kein Rückzug aus dem Training. Sie ist ein bewusster Entscheid für langfristige Leistungsfähigkeit. Wer sich über die Feiertage selbst wahrnimmt, regeneriert ganzheitlich und trifft bessere Entscheidungen – sportlich und persönlich.
Gib dir diesen Raum. Er stärkt dich für das, was im neuen Jahr kommt.
Wenn du deine mentale Selbstfürsorge stärken oder gezielt an deiner Regeneration arbeiten möchtest, begleite ich dich gerne. Melde dich für ein unverbindliches Erstgespräch: www.mentalbereit.ch/kontakt




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