Konzentration in der Schule verbessern: Mehr Fokus beim Lernen
- Barbara Meier

- vor 51 Minuten
- 4 Min. Lesezeit

Vor einer Zwischenprüfung sitzen, eigentlich lernen wollen – und trotzdem ständig aufs Handy schauen. Eine Nachricht, eine Notification, kurz etwas nachsehen. Aus einem konzentrierten Lernmoment wird schnell eine Unterbrechung.
Genau das beobachte ich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer wieder. Viele sagen mir: „Ich habe die Ablenkung eigentlich im Griff." Gleichzeitig merken sie kaum, wie schnell sie aus ihrem Fokus gerissen werden – oder gar nicht erst richtig in einen Lernfluss kommen.
Ich bin überzeugt: Konzentration ist nicht einfach eine Frage von Willenskraft. Und gerade beim Lernen ist das Handy einer der grössten Konzentrationskiller.
Konzentration in der Schule verbessern: Du bist der Chef des Handys
Meine klare Haltung dazu ist: Du bist der Chef des Handys – und nicht umgekehrt.
Jede Notification ist eine Einladung, den aktuellen Gedanken kurz zu verlassen. Schon kleine Unterbrechungen machen es schwieriger, überhaupt in einen guten Lernfluss zu kommen.
Deshalb empfehle ich beim Lernen: Handy ausser Reichweite. Nicht neben dem Notebook. Nicht auf dem Tisch. Und Notifications ausschalten – auf dem Handy genauso wie auf dem Notebook.
Das Handy einfach ins Wohnzimmer zu legen, reicht allerdings nicht immer. Auch am Computer warten WhatsApp, Social Media, Mails und andere Ablenkungen.
Und auch „Handy in der Pause" ist nicht automatisch die beste Lösung. Eine Pause soll Erholung ermöglichen. Frische Luft, Bewegung oder einfach bewusst nichts tun können dem Kopf oft mehr geben als die nächste Bildschirmzeit.
Mehr dazu, wie Konzentration aufgebaut und trainiert werden kann, beschreibe ich in meinem Beitrag Konzentration aufbauen – in Schule, Beruf und Sport.
Konzentration braucht mehr als Disziplin
Nicht jede Konzentrationsschwierigkeit hat mit dem Handy zu tun. Deshalb gibt es für mich im Coaching auch nicht das eine Konzentrationstool.
Manche Jugendliche brauchen zuerst mehr Struktur. Sie wollen lernen, haben aber noch fünf Dinge zu erledigen, Termine im Kopf oder wissen nicht, was sie an diesem Nachmittag eigentlich schaffen wollen. Dann hilft es, vorher Ordnung zu schaffen: Was muss ich erledigen? Wann lerne ich? Was ist mein konkretes Tagesziel? Und wann ist bewusst freie Zeit?
Ein Lernplan kann enorm entlasten. Nicht als starrer Stundenplan, sondern als Orientierung. So müssen während der Lernzeit weniger Entscheidungen getroffen werden.
Bei anderen ist zwar Ruhe vorhanden, aber die Gedanken schweifen ständig ab. Dann geht es darum herauszufinden, was dahintersteckt und wie der Fokus gezielt trainiert werden kann.
Struktur schafft Freiheit – nicht noch mehr Druck

Eine Erfahrung aus meinem Coaching ist mir besonders geblieben: Eine 20-jährige Kundin bereitete sich auf eine Zwischenprüfung vor. Prüfungsangst und Konzentrationsprobleme gingen bei ihr Hand in Hand.
Wir haben ihren Tages- und Wochenablauf angeschaut: Welche wichtigen Termine gibt es? Wo lässt sich Lernen sinnvoll einbauen? Wann braucht es Erholung? Und wo kann Sport als Ausgleich Platz finden?
Anschliessend hat sie einen Lernplan mit konkreten Tages- und Wochenzielen erstellt. Nicht einfach „heute lernen", sondern klar definieren, was sie erreichen möchte.
Zusätzlich haben wir eine kleine Konzentrationsübung eingebaut – Jonglieren mit Bällen als eine Art Aufwärmen für den Kopf. Es war ein bewusstes Signal: Jetzt beginnt meine Lernzeit.
Was dadurch entstand, fand ich besonders wichtig: Durch die Struktur konnte sie ihre freie Zeit wieder geniessen – ohne ständig das Gefühl zu haben, eigentlich lernen zu müssen. Und genau das verbesserte wiederum den Fokus während der Lernzeit.
Auch bewusste Pausen gehören dazu. Warum Pausen keine verlorene Lernzeit sein müssen, habe ich im Beitrag Bewusste Pausen statt Aufschieberitis beschrieben.
Ablenkung bewusst gestalten statt nur verbieten
Ich glaube nicht daran, Jugendlichen das Handy einfach zu verbieten. Verbote funktionieren langfristig selten, wenn die Person selbst keine Verantwortung dafür übernimmt.
Viel hilfreicher ist es, gemeinsam eigene Regeln zu entwickeln: Wann bleibt das Handy weg? Welche Notifications sind wirklich nötig? Wo wird gelernt? Was passiert in der Pause? Und welche Umgebung unterstützt mich dabei, bei meiner Aufgabe zu bleiben?
Manchmal funktioniert es gut, im gemeinsamen Wohnzimmer zu lernen. Nicht als Kontrolle, sondern als bewusste Entscheidung für weniger Versuchungen.
Der entscheidende Punkt ist für mich die Freiwilligkeit. Mentale Stärke bedeutet nicht, dass ich mich ständig gegen mich selbst durchsetzen muss. Sie bedeutet auch, meine Umgebung so zu gestalten, dass ich meine Ziele leichter umsetzen kann.
Mehr Lernstunden bedeuten nicht automatisch mehr Lernerfolg. Entscheidend ist, ob die Lernzeit tatsächlich fokussiert ist. Wie du den Fokus trotz Prüfungsstress halten kannst, beschreibe ich im Beitrag Fokus halten trotz Prüfungsstress: Vom Lernmodus in den Leistungsmodus.
Fazit: Konzentration ist trainierbar
Wenn du deine Konzentration in Schule oder Ausbildung verbessern möchtest, musst du nicht zuerst lernen, dich stundenlang zusammenzureissen.
Beginne kleiner: Schaffe eine Umgebung mit möglichst wenig Ablenkung. Lege das Handy ausser Reichweite. Schalte Notifications aus. Plane deine Lernzeit und definiere konkrete Ziele. Und vergiss nicht: Erholung ist kein Gegensatz zu Leistung.
Vor allem aber: Finde heraus, was dich persönlich aus dem Fokus bringt. Konzentration ist individuell – und genau deshalb sollte auch das Training dazu passen.
Wenn dich Lernen, Prüfungsstress, fehlende Struktur oder Konzentrationsprobleme immer wieder ausbremsen, können wir gemeinsam hinschauen. In meinem Starterpaket analysieren wir deine Situation, entwickeln konkrete Strategien und erarbeiten mentale Werkzeuge, die du direkt im Alltag einsetzen kannst.
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